Projekte für Großbatteriespeicher werden aktuell aufgrund stark sinkender Produktionskosten und hoher Erlöspo tenziale am Strommarkt in hoher Zahl entwickelt. Das ist eine große Chance für das Stromsystem. Denn mit ihrer Flexibilität stabilisieren Batteriespeicher Preise, können das Preisniveau insgesamt senken, stellen wichtige Sys temdienstleistungen bereit und entlasten – die richtigen Anreize und Vorgaben vorausgesetzt – die Netze.
Die Integration von Batteriespeichern stellt das Stromnetz kurzfristig vor große Herausforderungen – sowohl mit Blick auf den Betrieb der Speicher als auch mit Blick auf knappe Netzanschlusskapazitäten. Preisanreize ohne lokale Komponente sowie zum Teil fehlende Vorgaben und Eingriffsmöglichkeiten für Netzbetrei ber führen dazu, dass Batteriespeicher Netzengpässe auch verschärfen und sehr kurzfristig mit hervorrufen können. Aufgrund der sehr großen Zahl an Netzanschlussbegehren werden Anschlusskapazitäten zunehmend knapp. Dadurch kommt es zu Verzögerungen bei Netzanschlüssen.
Kurz- und mittelfristig braucht es ein Bündel aus verschiedenen gezielten Maßnahmen, um den Herausforderungen bei der Integration von Batteriespeichern zu begegnen. Mittel- bis langfristig sollten dynamische, lokal differen zierte Preissignale zusätzlich möglichst effiziente Anreize setzen. Kurzfristig gilt es, Batteriespeicher besser in die Redispatch-Prozesse für beide Leistungsrichtungen zu integrieren und durch effektive, aber möglichst wenig einschränkende Betriebsvorgaben einen jederzeit sicheren Netzbetrieb zu gewährleisten. Perspektivisch sollten ergänzend lokal differenzierte Preisanreize, zum Beispiel mithilfe dynami scher Netzentgelte, wie sie aktuell von der Bundesnetzagentur (BNetzA) diskutiert werden, möglichst effiziente An reize setzen. Mit Blick auf die Netzanschlüsse gilt es, Transparenz hinsichtlich bestehender Anschlusskapazitäten zu schaffen sowie Prozesse zu standardisieren, zu optimieren und effizient zu digitalisieren. Darüber hinaus müssen bestehende Möglichkeiten zur Priorisierung genutzt, aber auch neue geschaffen werden. Erste Spielräume dafür wurden durch die Klarstellung, dass Batteriespeicher nicht unter die Kraftwerks-Netzanschlussverordnung fallen, geschaffen und von den Übertragungsnetzbetreibern bereits genutzt. Weitere Anpassungen des rechtlichen Rahmens werden vor bereitet. Während der Netzausbau zentral bleibt, um neue Netzanschlusskapazitäten bereitzustellen, sollten flexible Netzanschlussvereinbarungen und Co-Location noch stärker zum Einsatz kommen, um bestehende Kapazitäten effizienter zu nutzen.
Ein zügiges, zwischen den Akteuren abgestimmtes Vorgehen ist essenziell für eine erfolgreiche und effiziente In tegration von Batteriespeichern. Aufgrund der schnellen Entwicklung gilt es, eine Vielzahl an zielgerichteten Maßnahmen zügig umzusetzen. Wichtige erste Schritte dazu sind auf dem Weg. Daneben sollte ein klares gemeinsames Zielbild sowohl für die Netzan schlussprozesse als auch für den Betrieb der Speicher erarbeitet werden. Dadurch wird für alle Seiten die nötige Sicherheit geschaffen und die verschiedenen Interessen der Akteure werden angemessen berücksichtigt. Aufgrund der Vielzahl der zu implementierenden Instrumente, zu erwartender Wechselwirkungen sowie unterschiedlicher Zu ständigkeiten ist eine enge Abstimmung zwischen Netzbetreibern, Batteriebranche sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der Bundesnetzagentur von besonderer Bedeutung.