Beschaffungsstrategien für grünen Strom

Ein Leitfaden zur Beschaffung von grünem Strom für Stromabnehmer aus Industrie und Gewerbe

Das politische Ziel der Klimaneutralität bis 2045 hat weitreichende Auswirkungen auf die Stromgroßhandelsmärkte und stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Volatilere Großhandelspreise, steigender Wettbewerb, ausbrechende CO2-Preise, gepaart mit der gleichzeitigen Ausrichtung des eigenen Unternehmens hin zur vollständigen CO2-Neutralität, sind Schwerpunkte, welche die Anforderungen an ein erfolgreiches Wirtschaften deutlich erhöhen. Dabei müssen Unternehmen auch EU-weite Regelungen wie die EU-Taxonomie berücksichtigen und Investitionen nachhaltig ausrichten.

Den eigenen CO2-Ausstoß zu minimieren und sich gleichzeitig gegen steigende Strompreise abzusichern wird daher zum zentralen Paradigma einer ökonomischen und ökologischen Unternehmensführung. Bereits die Hälfte der Betriebe hat sich das Ziel gesetzt, vor 2045 klimaneutral zu wirtschaften. Die aktuelle Krise des Energiemarkts verdeutlicht einmal mehr, dass erneuerbare Energien ein Standortfaktor für den deutschen Wirtschaftsstandort sind und Versorgungs- und Preissicherheit gewährleisten können. Jedoch bietet genau diese Transformation eine große Chance, da der Markt für nachhaltig produzierte Güter stetig wächst und sich die deutsche Industrie damit auf dem Weltmarkt als Vorreiter positionieren kann.

Der vorliegende Leitfaden bietet interessierten Unternehmen Unterstützung und zeigt die Potenziale des Bezugs grünen Stroms im Unternehmen auf. Er beleuchtet die Möglichkeiten der Beschaffung von grünem Strom auf dem deutschen Markt und soll die Leser in die Lage versetzen, fundierte Entscheidungen für den zukünftigen Strombezug zu treffen.

Über die Marktoffensive Erneuerbare Energien

Die Marktoffensive Erneuerbare Energien wurde von der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und dem Klimaschutz-Unternehmen e. V. ins Leben gerufen und wird von diesen Institutionen fachlich und operativ unterstützt. Anfang 2021 wurde sie etabliert. Aktuell zählt die Marktoffensive Erneuerbare Energien rund 50 Mitgliedsunternehmen aus Anbietern und Nachfragern der Wirtschaft sowie von Dienstleistern und bildet die gesamte Wertschöpfungskette ab. Die Aktivitäten der Initiative werden maßgeblich über die Mitgliedsbeiträge finanziert. Mit zielgerichteten branchenspezifischen Informationen will die Initiative Abnehmern, Erzeugern, Finanziers und anderen Marktakteuren die Potenziale von PPAs aufzeigen und die Marktentwicklung unterstützen. Zudem erstellt die Marktoffensive Erneuerbare Energien Handlungsempfehlungen für die Politik.